15. Tag (Sa., 1.9.): Ju/’Hoansi

In der Nacht auf den heutigen Tag wurde die Zeit in Namibia auf Sommerzeit umgestellt und damit sind wir nun parallel zur Zeitzone Deutschlands. Dies hat vor Ort erwartungsgemäß ein paar Komplikationen verursacht und wir frühstücken in der alten Zeit, also um 9:00 Uhr anstatt um 8:00 Uhr. Schlimmer als die Zeitumstellung wirkt sich allerdings der am Monatsende ausbezahlte Lohn aus, welcher umgehend in die Kneipe, die Shebeen, gebracht wird. Als Konsequenz sind die meisten Arbeiter am Monatsbeginn krank.

Namibia Diashow 7. Grootfontein from Joerg on Vimeo.

So steuern wir etwas verspätet aber mit einem Zusatzziel das „Living Museum“ der Buschmänner, der San, an. Vorher werden wir jedoch noch weiter ins Buschmannsland im Nordosten Namibias fahren, um Mäusers Adoptivtochter Anne, eine Damara, von der Mangetti Clinic abzuholen. Mäuser beschreibt und den Weg sehr genau, denn zum einen gibt es in der Gegend keine nennenswerten Siedlungen und zum zweiten ist die Klink weder auf der gedruckten noch der Karte des Navigationssystems eingezeichnet. Die Klinik wird geleitet von Dr. Melilla Bosshart geleitet, einer Schweizerin, welche für die Menschen auf der Fläche der halben Schweiz sorgt. Neben der kleinen Klinik gibt es dort noch ein Waisenhaus, eine Suppenküche und eine Polizeistation. Alles ist sehr einfach gehalten und „Dr. Melitta“ arbeitet ohne weiteres medizinisches Personal mit primitiven Gerätschaften. Hier verbringt Anne regelmäßig ein paar Tagen und hilft im Waisenhaus.

Auf dem Weg ins Buschmannsland passieren wir ohne Probleme den Kontrollpunkt am Veterinärzaun, an welchem der Transport von Fleisch kontrolliert wird. Hinter dem Zaun beginnt eine Art Niemandsland, in welchem es kaum Siedlungen und andere Zeichen der Zivilisation gibt. Auch das Mobilfunknetz ist hier nicht mehr verfügbar. Etwas Sorgen macht uns auf der Hinreise bereits ein Buschfeuer, welches ca. 10 km von der Straße entfernt ist. Auf unserer Rückreise ist es bis auf 1 km heran gekommen und wir sind froh, dass Dr. Melitta nicht allzu viel Zeit für uns hatte und wir Anne schnell mitnehmen konnten.

Kurz bevor wir wieder den Zaun erreichen biegen wir zum „Living Museum der San“ ab. Hier ist ein Projekt angesiedelt, welches die Kultur des Stammes erhalten soll und den Reisenden einen Einblick in die Tradition der San ermöglicht. Der Weg dorthin ist allerdings nur mit 4×4 Autos zu schaffen, da es fast durchgehend über eine Sandpiste geht. Im Fall von Gegenverkehr muss einer in den Busch ausweichen und dies ist für 2-Rad angetriebene Fahrzeuge wahrscheinlich eine finale Aktion.

Wir werden freundlich begrüßt und dürfen eines der vorgefertigten Programm auswählen. Unsere Entscheidung fällt zu Gunsten des „Craft and Culture“ Programms aus, bei welchem der Stamm seine handwerkliche Kunst und damit etwas der sehr alten Kultur vorstellt. Bei allen Aktivitäten sind wir eingeladen, mitzumachen und so entstehen ein paar Armbänder, Halskettchen, ein Bogen und Pfeile. Außerdem lernen wir die Kunst des Feuermachens mit Hilfe von Stöcken und einiges über die Lebensart, z.B. die Jagd.

Nach diesen Eindrücken eines ereignisreichen Tages haben wir gerade noch Zeit, bei Ankunft in der Tigerquelle in den Pool zu springen, bevor wir wieder mit einem sehr guten Abendessen verwöhnt werden.

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joehe

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