20. Tag (Do., 6.9.): N/a’an ku sê

Am vorletzten Tag unseres Urlaubs haben wir einen Ausflug nach N/a’an ku sê geplant, einer Auffangstation für kleine Wildtiere, welche aus verschiedenen Gründen ihre Eltern verloren haben oder verletzt wurden. Diese werden hier gepflegt und versorgt und schließlich nach Möglichkeit wieder in die Wildbahn entlassen. Dieses Prinzip ist uns durch die Fernsehserie „Harnas“ über die gleichnamige Farm bekannt und Heide hat es geschafft, uns eine kleine Tour für die Kinder zu buchen.

KarakalN/a’an ku sê – die Satzzeichen stehen für verschiedene Klicklaute der Sprache der Buschmänner – heißt in der Sprache der Buschmänner „Gott wacht über uns“ und liegt nahe Windhoek, wo wir nochmal kurz tanken. Der Empfang auf dem Gelände der Station erfolgt in dem Hauptgebäude der Lodge, welche uns durch ihren Stil und die Architektur überrascht. So durchgestylt haben wir in Namibia kein anderes Gebäude gesehen und der Empfang fällt sehr offen und herzlich aus. Wir dürfen uns erstmal Kaffee und Kuchen nehmen und dann besprechen wir alles weitere.

Unsere Tour ist eine vorweggenommene Geburtstagsfeier, da wir morgen abreisen müssen und der echte Geburtstag daher etwas ungeeignet ist. Für die Kinder um die 10-jährige Jubilarin haben wir die „Petting-Zoo“ Tour reserviert, auf der die Kinder den Tieren ganz nah kommen können. In einem offenen Geländewagen geht es los und wir fahren zur Hauptfarm auf dem Gelände.

Als erstes werden die 2-4 Jahre alten Paviane gefüttert. Da diese schon recht mutig und zeitweise aufmüpfig sind, können wir dies zwar nur durch einen Zaun, aber direkt mit der Hand tun. Das erfordert etwas Geschick und in den meisten Fällen noch mehr Mut. Die zweite Station ist die der Karakale, von denen die zwei Weibchen mit der Flasche aufgezogen worden waren und daher zahm und zutraulich sind. Im Gehege können die nahen Verwandten der Luchse gestreichelt und aus nächster Nähe untersucht werden. Als Höhepunkt steht dann der Besuch von Sheela an, einem 4 Monate alten Pavianbaby. Wir treffen es an der „Food-Prep“, wo Volontäre das Fressen für die tierischen Bewohner vorbereiten. Das Baby trinkt noch aus der Flasche, ist aber bereits recht mutig und turnt von einem zum anderen Kind. So darf man sich nicht wundern, wenn es aus heiterem Himmel an einem hoch springt, den Hut herunterzieht oder mit den Fingerchen auf die Linse des Fotoapparats fasst.

Nach diesen Eindrücken geht es wieder zurück und auf der Fahrt reden die Kinder in einem fort von den Tieren. Zwar sind derartige Auffangstationen umstritten, aber als Möglichkeit zur direkten Kontaktaufnahme mit ansonsten unnahbaren Tieren unentbehrlich. Die Hilfsprojekte finanzieren sich durch derartige Touren, Gäste in der Lodge – welche hervorragend liegt und eingerichtet ist – und der tatkräftigen Mithilfe einer Schar von mind. 18 Freiwilligen, welche als helfende Hände zur Verfügung stehen.

Zurück auf Ombuerendende bieten sich die zwei Neffen nochmal an, die Kinder auf eine Sundowner Tour mitzunehmen. Mit einer Ausnahme ziehen wir Erwachsenen es vor, beim Lagerfeuer zu sitzen und die Ereignisse dort Revue passieren zu lassen, natürlich bei einem Gin Tonic. Zum Abendessen grillen wir Lamm, Rind und selbstgemachte Würste und bekommen Gelegenheit, unter dem klaren und zunächst mondlosen Himmel zu sitzen und diesen zu fotografieren.

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joehe

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