17. Tag (3.9.): Grootfontein

Gegen 5 Uhr ist unsere Nacht überraschend vorbei. Tina weckt mit den Worten „Da vorne brennt es!“ und Lukas wird in der anderen Hütte vom Widerschein des Feuers ebenfalls geweckt. Ein Blick nach draußen bestätigt die dramatische Situation: direkt neben dem riesigen Haupthaus steht ein Anbau lichterloh in Flammen. Die Bauweise der Lodge ist wie üblich klassisch afrikanisch, also Steinwände mit einem reetgedeckten Dach. Natürlich brennt dies wie Zunder und in kürzester Zeit fangen die ersten Palmen der Gartenanlage Feuer.

Wir packen hastig unsere Sachen zusammen. Zwar sind unsere Hütten nicht direkt gefährdet, aber wenn das Feuer sich ausbreitet, geht es sehr schnell. In wenigen Minuten haben wir unsere Siebensachen beieinander und prüfen den Weg zum Auto. Dieser führt am Haupthaus vorbei, wo sich auch die Küche mit den Gasflaschen befindet. Diese wurden bereits beiseite geschafft, aber zuvor war eine Pumpe explodiert und hat auch die letzten Gäste geweckt.

Der Weg zum Auto scheint ungefährdet und wir erreichen dasselbe unbeschadet. Inzwischen sind alle Angestellten dabei, das Feuer mit Hilfe von kleinen Handfeuerlöschern und Wassereimern zu bekämpfen. Dass der Pool in unmittelbarer Nähe des Brandherds liegt, erweist sich nun als glücklich und das Feuer kann nach 1 Stunde unter Kontrolle gebracht werden. Es wurde gottlob niemand verletzt und nur ein Wirtschaftsraum und die Toiletten am Pool brennen bis auf die Grundmauern ab. Die Boma, das Haupthaus, konnte gerettet werden und damit auch die gesamte Lodge.

Kurioserweise gibt es sogar Frühstück, auch wenn alle etwas unter Schock stehen. Immerhin war das Buffet bereits in Vorbereitung und nur die warmen Sachen wie Eiern oder Speck fallen wegen der fehlenden Gasflaschen aus. Es kehrt ein wenig Normalität ein und wir erfahren, dass der Brand bei den Mülleimern seinen Ursprung hatte.

Nach diesen sehr aufregenden Ereignissen machen wir uns früher als erwartet auf die Reise nach Grootfontein. Zunächst tanken wir in Rundu und können unser Bargeld aufstocken. Dann geht es die hügelige, aber schnurgerade Straße in Richtung Süden entlang und wir erreichen gegen Mittag die Stadt. Hier kaufen wir im Sparmarkt noch einige Lebensmittel und suchen die etwas außerhalb liegende Farm Seidarap (man lese den Namen einmal rückwärts) auf.

Dort empfangen und Stefan und Silvia und wir können sogar unsere Zimmer frühzeitig beziehen. Nach einem kurzen Lunch erkunden wir das große Gebiet der Farm und entdecken eine Menge Fundsachen aus alten Zeiten, welche hier gesammelt sich. Dazu gibt es ein großes Trampolin, einen kleinen Pool mit Liegen und einen riesigen Schwimmteich etwas weiter vom Haupthaus weg. So steht nach der Aufregung vom Morgen einem ruhigen Nachmittag nichts im Weg.


Namushasha from Joerg on Vimeo.

Wir lassen es uns gut gehen und schwimmen in dem 2 m tiefen Schwimmbecken am Ende der Anlage. Der Kaffee wird uns  mit selbst gebackenen Muffins versüßt und die Haustiere, die Hunde Bianka und Lala sowie diverse Katzen, wollen auch beachtet werden. Dann gibt es noch einen Hahn, mehrere Hühner, Schafe und ein kleine Lamm auf der Farm.

Am Abend sitzen wir im Farmhaus zusammen und genießen das Abendessen. Stefan grillt draußen am offenen Feuer Rindersteaks, Boereworst vom Oryx und Curry-Spieße und dazu gibt es Butternut (Kürbis), Gemüse, Salat, … Derweil unterhalten wir uns mit den nicht kranken Mitgliedern einer Reisegruppe, welche einen Marathon durch Namibia versuchen und unsere Reise von vor 4 Jahren nicht in 3 Wochen, sondern in 10 Tagen absolvieren wollen. Entsprechend gestresst ist die Gruppe und 2 von 6 Teilnehmern nehmen nicht einmal am Abendessen teil.

joehe

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